Was ist die klinische Obduktion?

Die klinische Obduktion (auch Autopsie, Sektion oder innere Leichenschau genannt) umfasst, ähnlich einer großen Operation, eine eingehende äußere und innere ärztliche Untersuchung des Verstorbenen. Sie wird von den Pathologen vorgenommen. Die Untersuchung kann alle oder auch nur einzelne Organe betreffen. Sie dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Der Obduktionssaal ist einem Operationssaal ähnlich. Respekt vor den Verstorbenen und die menschliche Würde prägen die Durchführung der Untersuchung. Die Organe werden zunächst mit dem bloßen Auge beurteilt. Kleinere Gewebeproben werden den Organen für die feingewebliche Untersuchung am Mikroskop entnommen. Nur für besondere, zeitaufwändige Untersuchungen müssen einzelne Organe dauerhaft entnommen bleiben. Nach Abschluss aller notwendigen Untersuchungen werden diese einzeln entnommenen Proben eingeäschert. Im Allgemeinen verbleiben alle während der Obduktion untersuchten Organe und Gewebe bei dem Verstorbenen und werden mit ihm bestattet. Die klinische Obduktion zeigt, ob Hinweise für eine Stoffwechselkrankheit, eine Infektion oder einen bösartigen Tumor vorlagen, ob der Verstorbene an einem Erbleiden oder einer seltenen, noch wenig erforschten Krankheit litt. Auf besonderen Wunsch des Verstorbenen oder seiner Angehörigen kann auch eine Teilsektion erfolgen und nur bestimmte, besonders wichtige Organe untersucht werden.